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17.10.2025 Gesundheitsökonomie

Neuer Leitfaden für Eltern von Sternenkindern

Uniklinik Köln entwickelt NRW-weites Konzept mit

Foto: KI-generiert mit Adobe Firefly

Wenn ein Kind tot zur Welt kommt oder kurz nach der Geburt stirbt (sogenannte Sternenkinder), stehen Eltern und Fachkräfte oft ohne klare Orientierung da. In Nordrhein-Westfalen fehlt bislang ein landesweiter Standard, um Familien in dieser Extremsituation zu unterstützen. Das soll sich nun ändern: Unter der Gesamtleitung von Dr. Daniela Reitz, Chefärztin der Geburtshilfe und Perinatalmedizin am Elisabeth-Krankenhaus Essen, entsteht gemeinsam mit einem Methodik-Team der Kölner Universitätsmedizin unter Leitung von Dr. Marcus Redaélli vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE), Univ.-Prof. Dr. Nicola Bauer vom Institut für Hebammenwissenschaft sowie dem Team der Geburtsmedizin der Uniklinik Köln unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Tanja Groten (in beratender Funktion) ein Leitfaden, der Handlungssicherheit, Struktur und Würde in die Versorgung von Sternenkindern bringen soll. 

„Unser Ziel ist es, die Sprachlosigkeit zu überwinden und die vielen unstrukturierten Angebote, die es schon gibt, zu vereinheitlichen“, sagt Prof. Bauer. „Wir wollen, dass alle Beteiligten – von Hebammen über Ärztinnen und Ärzte bis hin zu Bestattern und Seelsorgern – wissen, wie sie Eltern in dieser Ausnahmesituation bestmöglich begleiten können.“ Finanziert wird das Vorhaben durch die Sozialstiftung NRW mit rund 692.900 Euro. Ab Herbst 2025 befragen die Projektteams die circa 140 Geburtskliniken in Nordrhein-Westfalen, um bestehende Angebote und Lücken zu erfassen. Auf dieser Basis soll bis Ende 2026 ein landesweiter Leitfaden entstehen, der verbindliche Handlungsempfehlungen und Unterstützungsstrukturen festlegt. „Wir wollen das Thema fassbar und die Kinder sichtbar machen“, betont Dr. Redaèlli. „Viele Eltern erleben diesen Verlust im Stillen. Wenn Strukturen fehlen, kommt zur Trauer auch Orientierungslosigkeit hinzu. Unser Projekt soll dazu beitragen, dass Betroffene und Fachkräfte einen klaren Weg durch diese schwierige Zeit finden.“

Das Projekt kann bundesweit neue Standards in der Begleitung betroffener Familien setzen – gefördert mit 692.900 Euro von der Sozialstiftung NRW. Erste Zwischenergebnisse sollen im November 2025 auf der Fachmesse Medica vorgestellt werden.

Pressemitteilung der Sozialstiftung NRW